Innenstadtprozess Stadthagen

Workshop 6 - Stadt/Umland

23.11.2021, Lusthaus Stadthagen

Impuls: Tobias Ilg & Holger Rabe 

Moderation: Gunnar Spellmeyer

 

Holger Rabe (Historischer Blick auf das Thema)

  • Stadt = Handel und Gewerbe, Umland = Landwirtschaft, Zwischenbereiche im Handwerk 
  • Damals: Land befriedigt Bedarfe der Stadt und andersherum  
  • Stadt bis in die 2000er Jahre als zentraler Punkt bei Bedarfen, die ein „Tante Emma“-Laden nicht = Bedarfserfüllung Konsum 
  • Lieferdienste etc. ermöglichen mittlerweile jeden Bedarf jederzeit und überall zu erfüllen 
  • Ist die Stadt noch in einer Versorgerposition für die ländlichen Gegenden? 
  • Ist die Stadt vielleicht eher ein Begegnungsort? Bildungsort? Erlebnisort? 
  • Erlebnis Stadt ist nicht mehr mit dem Erlebnis Konsum gleichzustellen 
  • Eine Stadt braucht neue Alleinstellungsmerkmale für das „Erlebnis Stadt“  (Architekur, besondere Kommunikation – z.B. auf dem Wochenmarkt) 
  • Bedarf: Stadt als Erlebnisort
  • Wandel der Arbeitswelten ermöglicht ein ortsunabhängiges Arbeiten  
  • Bedarf: passende Infrastruktur  
  • Es muss ein digitales Miteinander als zweite Ebene der Beziehungen innerhalb der Stadt geschafft werden  
  • Ansatz: Räume für “Aha-Erlebnisse” schaffen 
  • Zwischenfrage: Was braucht eine touristisch attraktive Stadt?
    • Ansatz: besondere Architektur, Infrastruktur, Aha-Momente, Gastronomie 
    • Weiterführende Frage: Braucht eine Stadt ein positives Image, um touristisch attraktiv zu wirken? – solange der Besuch ein besonderes Erlebnis ist und die Stadt Alleinstellungsmerkmale birgt, kommt eine Stadt als Tourismusort in Frage 
    • Das Thema „Stadt und Umland“ sollte eher im Blickwinkel der Menschen, die dort leben (wollen), betrachtet werden, bevor man das Thema Tourismus behandelt!
 

Tobias Ilg

 „Fragmente neuer Arbeit im Ländlichen“   

  • Chance: Corona hat ein Umdenken bewirkt, sodass gerade auch jüngere Menschen das Land als Wohnort in Betracht ziehen 
  • Ist-Zustand „Land“: kaum Möglichkeiten der flexiblen Arbeit, kaum Offenheit bzgl. neuer Arbeitswelten (Coworking, etc.), rückständige Digitalisierung 
  • Folgen: Abwanderung gerade junger Menschen 
  • Weitere Umstände: Innenstädte werden austauschbar durch Kettengeschäfte, etc., Aussterben der Innenstädte im Bereich der lokalen Einzelhändler 
  • Bedarf: Internet, Orte für ein flexibles Arbeitsleben, Cafés, Coworking, Vereinfachung von Vorgängen durch z.B. bargeldloses Bezahlen 
  • „New Work“ sollte praxisnah umgesetzt werden, um Städte zukunftsfähig zu gestalten 
  • Benötigte Sichtweise der Menschen ländlicher Regionen: Welche Folgen hat der Arbeitswandel für die Gegend, für einzelne Unternehmen, …? Welche Schlüsse sollten wir daraus ziehen? 
  • Ansatz: Altes ist nicht immer gleich schlecht, Neues muss aber auch nicht immer das Optimum darstellen! – Mittelwege sind zu finden 
  • Bedarf in der Umsetzung von Innovation: Offenheit Neuem gegenüber, Blicke von Außen, Expertise, Kreativität, Empathie 
  • Empathie als Kernfaktor von Entwicklung, um Menschen einbinden/abholen/überzeugen zu können 
  • Es braucht Mut, Veränderungen einfach auszuprobieren (Leuchtturmmodelle, einzelne Unternehmer können Formen der neuen Arbeit ausprobieren, …) 
  • Bedarf: Miteinander in ländlich geprägten Gegenden
    • Austauschmöglichkeiten für verschiedene Gruppen, Synergien  
  • Weg dahin: greifbare Ziele für eine lebenswerte Zukunft im Ländlichen (einfache Sprache, zugänglich) 
 
  • Digitalisierung und Bürgerbeteiligung, aber auch Nachnutzungskonzepte für Leerstände oft als Kernelemente für einen Wandel in Kleinstädten  
  • Es braucht in Kommunen auf jeden Fall den Willen zur Veränderung und meist einen Enthusiasten als Treiber der Innovation innerhalb der Stadt – Es braucht allgemeine Offenheit und Wertschätzung für Veränderungen in einer Stadt, um etwas bewirken zu können 
  • Das Vorhandene wird oft entweder gar nicht geschätzt, weil es immer da ist oder wird extrem geschätzt, sodass Veränderung schon nicht mehr denkbar ist (2 verschiedene Standpunkte, die meist zu finden sind) 
  • Neue Arbeit: Unverständnis resultiert oft aus der Annahme, dass es nur Homeoffice oder nur Coworking, nur Digitalisierung ist – New Work ist ein Zusammenspiel aus vielen Fragmenten der Innovation
    • Es braucht meist praxisnahe Beispiele und niedrigschwellige Erklärung fernab der vielen Anglizismen, um Verständnis zu schaffen 
    • Schrittweise vorgehen, um greifbare Prozesse zu schaffen und Hemmschwellen zu vermeiden  
  • Anglizismen verfälschen das Verständnis oft, bzw. führen zu Un-/Missverständnis 
  • Zwischenfrage: Kann man die Haltung von Menschen gegenüber einer Stadt verändern
    • Veränderungen sollten langsam eingeführt werden 
    • Langsame Gewöhnung an neue Umstände, sehr viele Beispiele 
    • Es braucht immer wieder Vorreiter, an denen sich orientiert werden kann, dass diese Veränderungen gut tun können  
  • Gemütliche, atmosphärische Abendgestaltung in der Innenstadt Stadthagens ist erschwert durch mangelndes Angebot und fehlenden Flair  
  • Stadthagen wirkt auf SchülerInnen/Jugendliche langweilig und altbacken, sodass in dieser Altersgruppe oft Zweifel aufkommen, ob man in Stadthagen bleiben sollte
  • Fehlende Beschäftigungs- und Betreuungsmöglichkeiten für Kinder während Terminen der Eltern (in der Stadt)
  • Musikalische Belebung durch kleine Lautsprecher (in der Stadt verteilt) – evtl. auch zur Abwechslung mit verschiedenen akustischen Themenreisen – in Verbindung mit Gastroangeboten -um den Aufenthalt in der Stadt atmosphärisch angenehm zu gestalten
  • Digitales Infoportal zur positiven Darstellung der Stadt/Region – Erzeugung eines positiven Images zur Bürger(ein-)bindung
  • Tiergehege mit Alpakas/“Trendtieren“ (auf dem Bürgeramt eine „unendliche Murmelbahn) zur Beschäftigung der Kinder 

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