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Arbeitgeberattraktivität durch Familienfreundlichkeit 12.10.2011

Erstes Unternehmens-Netzwerktreffen mit Praxisbeispielen zur betrieblichen Umsetzung

(Weserbergland) Familienfreundliche Strukturen sind mittlerweile in der Personalpolitik nicht mehr wegzudenken. Um qualifizierte Mitarbeiter zu werben oder auch langfristig zu binden, werden Angebote zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie immer wichtiger. Der aktuelle Fachkräftebedarf rückt die Familienfreundlichkeit als Faktor, der zunehmend über die Attraktivität des Arbeitgebers zumindest mit entscheidet, in den Vordergrund der Personalpolitik. Um Anregungen im Umgang mit diesem wichtigen Thema zu geben, fand auf Einladung der Koordinierungsstelle Frau und Wirtschaft im Wirtschaftsraum Weserbergland ein 1. Unternehmens-Netzwerktreffen bei der BKK24 in Obernkirchen statt. Hier trafen sich Unternehmer, Personalverantwortliche, Akteure des Arbeitsmarktes und Bildungsträger sowie Vertreter der Landkreise Schaumburg, Hameln-Pyrmont und Holzminden zum Austausch.












Foto 01: (v.l.) Kirstin von Blomberg, Jutta Eggers, Hans-Ulrich Born, Friedrich Schütte Eva Banholzer und Lena Specht nach dem gelungenen Auftakt
Quelle: Weserbergland AG


"Ein größerer Dienstwagen oder eine Gehaltserhöhung reichen in Zeiten des aktuellen Fachkräftebedarfs als Anreiz nicht mehr aus, um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu halten", so Hans-Ulrich Born, Vorstand der Weserbergland AG bei der Begrüßung. Born unterstrich in seiner Begrüßung auch die zunehmende Bedeutung familienfreundlicher Strukturen in der Personalpolitik, um als Arbeitgeber attraktiv zu sein.

Friedrich Schütte, Vorstand der BKK24 zeigte die Problematik der Unternehmensleitung vor dem Hintergrund des wachsenden Fachkräftemangels auf. Wie der Bedarf der Mitarbeiter nach familienfreundlichen Angeboten bei der Krankenkasse BKK24, Obernkirchen mit den betrieblichen Anforderungen "unter einen Hut" gebracht werden kann, schilderte Personalleiterin Jutta Eggers. Sie stellte Ideen aus dem Programm "Familienfreundlichkeit auf dem Weg zum Best Practice" vor. Dieses wird gerade von der BKK24 in Zusammenarbeit mit der Koordinierungsstelle Frau und Wirtschaft und der Hochschule Weserberg-land für Beschäftigte unmittelbar vor, während und nach der Elternzeit entwickelt. Anschließend soll ein Pilotprojekt im überbetrieblichen Verbund mit anderen Unternehmen umgesetzt werden.

Eggers schilderte den Spagat vieler Eltern, meist immer noch Mütter, die in Elternzeit gingen. Diese müssten viele Bedürfnisse erfüllen: die des Arbeitgebers, der Kollegen, der Familie und natürlich ihre eigenen. Dazu muss die berufliche Zukunft im Blick behalten und materielle Sicherheit für heute und später auch erwirtschaftet werden. Durch gezielte Kontakthaltemaßnahmen zu Müttern in Elternzeit, Einladungen zu Dienstbesprechungen, Weiterbildungsprogramme und durch flexible Arbeitszeitmodelle will die BKK24 den Einstieg nach der Elternzeit erleichtern.

Als zweites Best Practice Beispiel stellte Eva Banholzer, Leiterin der Unternehmenskommunikation der Hameln Group in Hameln den langen und mit Hindernissen versehenen Weg von der Idee bis zur Umsetzung der ersten betriebseigenen Kinderkrippe im Weserbergland vor. "Die Kinderkrippe ist ein Instrument, Mitarbeiterinnen zu binden", ist Banholzer überzeugt. "Die 12 Plätze sind für die nächsten zwei Jahre schon ausgebucht".
In welchen Bereichen die Unternehmen den Bedarf an Familienfreundlichkeit sehen, verdeutlichten anschließend die Projektleiterinnen Kirstin v. Blomberg und Lena Specht von der Koordinierungsstelle Frau und Wirtschaft anhand von Umfrageergebnissen: Bei einer im Wirtschaftsraum Weserbergland durchgeführten Fragebogenaktion haben zunächst 20 Firmen mit insgesamt 4.500 Mitarbeitern teilgenommen. Bei einem ersten Zwischenergebnis lag mit 21,7% der Bedarf an Kinderbetreuung vorn, gefolgt von flexiblen Arbeitszeitmodellen mit 18,2%. Die Ergebnisse zeigen in einem ersten Trend auf, welche familienfreundlichen Maßnahmen aus Sicht der Unternehmen als wichtig eingeschätzt werden. Die Befragung der Unternehmen soll fortgeführt werden. Ziel ist, möglichst viele Betriebe aus allen Branchen zu erreichen, um passgenaue Angebote zu entwickeln.
Die Koordinierungsstelle berät und unterstützt Unternehmen und Beschäftigte zu Themen der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, fördert die Weiterbildung und den Informations- und Wissenstransfer sowie die überbetriebliche Vernetzung und Vermittlung.
Koordinierungsstelle Frau und Wirtschaft
Wirtschaftsraum Weserbergland
Kirstin von Blomberg Lena Specht
Projektleitung

Fon + 49 51 51 - 585 1005
Fax + 49 51 51 - 585 1009
Mobil + 49 157- 780 11 845
Mail k.vonblomberg@weserberglandag.de
Web www.weserberglandag.de
www.frau-wirtschaft-weserberglandag.de

Projektinformation:

Koordinierungsstelle Frau und Wirtschaft im Wirtschaftsraum Weserbergland

Seit Mitte Januar 2011 gibt es die Koordinierungsstelle Frau und Wirtschaft im Wirtschaftsraum Weserbergland. Diese ist als Stabsstelle der Weserbergland AG eingerichtet und hat ihre Geschäftsstelle ebenfalls im HefeHof 8 in Hameln.
Die Koordinierungsstelle Frau und Wirtschaft versteht sich als Bindeglied zwischen den im Gebiet der drei Landkreise Hameln-Pyrmont, Holzminden und Schaumburg angesiedelten Wirtschaftsbetriebe, Akteuren des Arbeitsmarktes, Weiterbildungsträgern, den Trägern der familienbedingten Infrastruktur und den im Einzugsgebiet lebenden Frauen. Das Leitziel ist, einen Beitrag zur Gleichstellung von Frauen und Männern, Chancengleichheit und Nichtdiskriminierung zu leisten. Davon abgeleitet werden arbeitsmarktorientierte Ziele wie die Erhöhung der Erwerbsbeteiligung von Frauen, insbesondere des Anteils der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten und wirtschaftsorientierte Ziele wie die Ausschöpfung und Bindung des Fachkräftepotentials von Frauen.
Die Aufgaben der Koordinierungsstelle sind die Beratung und Weiterbildung von Frauen insbesondere vor, während und nach einer Familienphase, der Aufbau eines Unternehmensverbundes zur Unterstützung der Wirtschaft bei der Einführung familienfreundlicher Strukturen in der Personalpolitik, die Dokumentation und Verbreitung von Erfahrungen sowie die Öffentlichkeitsarbeit.
Das Projekt wird über die Niedersachsen Bank – NBank aus europäischen Fördermitteln (EFRE), aus Mitteln des Landes Niedersachsen und der drei Landkreise sowie aus Unternehmensbeiträgen finanziert.



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